Bremen, 20. Januar 1986: Tag der Annahme des Schulwesens mit Herz

Vorbemerkung:
Dass ich heute, am 20. Januar 2009, noch einmal an den Tag erinnere, an dem ich als Lehrer in der Bremer Schule öffentlich die herzlichen Initiativen überall auf der Erde als „not-wendig“ pries und die „not-wendige“ Schule als „Haus mit Herz“ veranschaulicht und den Bremer Schulgeist einfach „OSLI“ genannt und einem Vertreter des Senats der Freien Hansestadt Bremen dienstlich übergeben durfte, mag verständlich werden lassen, warum ich als Bremer Bürger hoffe, die „Bremer Idee“ ( s. Google ) werde überall auf der Erde freundlich aufgenommen werden wie im Bremer Rathaus.

Das ist die Fahne aus der Bremer Schule an der Oslebshauser Heerstraße 115:
OSLI-Fahne
Jeder kann es sehen: Der Bremer Schulgeist hat ein Herz.

In einem der Dachfenster der „OSLI-Schule“ schien der Bremer Schulgeist sichtbar zu sein:
Schulgeist OSLI im Dachfenster (2)Schulgeist OSLI im Dachfenster (3)

Am 20. Januar 1986 nahm der Bremer Schulsenator, Herr Horst-Werner Franke ( links im Bild ) freundlich das Geschenk aus der „OSLI-Schule“ an:
Senator Horst-Werner Franke am 26. Januar 1986 (1)Senator Horst-Werner Franke am 20. Januar 1986 (2)

Ich habe als Bremer Lehrer das notwendige Schulwesen – das Schulwesen, das die Not in unserem Land und überall auf der Erde wenden kann als Schulgeist mit Herz dargestellt und stets an den Bremer Lehrer Adolph Bermpohl erinnert, der ein Herz für die Schiffbrüchigen hatte und ermutigte, die Menschen in Seenot zu retten und nicht dem herrschenden Denken zu folgen, das in aller Öffentlichkeit ungeniert der Habgier folgen durfte, zumal das Strandrecht die Bereicherung erlaubte: Gab es keine Überlebenden mehr, gehörte alles, was von dem Schiff übrig geblieben war, den Küstenbewohnern ! Bermpohls Idee begründete die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit Sitz in Bremen; die Bremer Idee weitete sich – Gott sei Dank – überall auf der Erde aus.

1989 forderte der Bremer Schulsenator Horst-Werner im Vorwort zum „WEGWEISER ZUR UMWELTERZIEHUNG IN BREMEN“ zum Umdenken auf; die Forderung aus Bremen ist noch heute richtungsweisend.

Erich K.H. Kalkus, Lehrer i.R.

Die Bremer Schule ist eine "not-wendige" Schule

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich die Bremer Schule so „in den Himmel hebe“ und in ihr einen „guten Geist“ wähne; ich bitte um Nachsicht: Ich war Schüler in der Bremer Schule und ab 1965 Lehrer in der Bremer Schule, nachdem ich die Pädagogische Hochschule in Bremen besucht hatte; so habe ich unzählige Beweise von Menschlichkeit in der Schule erleben dürfen, an die ich noch jetzt als Lehrer im Ruhestand gern zurück denke; und auch jetzt noch erlebe ich mit Freude, dass Menschlichkeit in Bremer Schulen alltäglich ist; das macht mich zuversichtlich und stolz:
Ich hebe die Bremer Schule nicht in den Himmel – die Bremer Schule steht fest auf der Erde wie jede Schule, in der ein „guter Geist“ wirken darf dank eines „Bremer Gesetzes“, überall auf der Erde ! Das „Bremer Gesetz“ – die Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen – habe ich als
Schulabgänger erhalten; es ist noch heute für mich richtungsweisend, insbesondere in Hinblick auf die Präambel und den Artikel 26:

Präambel
Erschüttert von der Vernichtung, die die autoritäre Regierung der Nationalsozialisten unter Mißachtung der persönlichen Freiheit und der Würde des Menschen in der jahrhundertealten Freien Hansestadt Bremen verursacht hat, sind die Bürger dieses Landes willens, eine Ordnung des gesellschaftlichen Lebens zu schaffen, in der die soziale Gerechtigkeit, die Menschlichkeit und der Friede gepflegt werden, in der der wirtschaftlich Schwache vor Ausbeutung geschützt und allen Arbeitswilligen ein menschenwürdiges Dasein gesichert wird.

Artikel 26
Die Erziehung und Bildung der Jugend hat im wesentlichen folgende Aufgaben:
1. Die Erziehung zu einer Gemeinschaftsgesinnung, die auf der Achtung vor der Würde jedes Menschen und auf dem Willen zu sozialer Gerechtigkeit und politischer Verantwortung beruht, zur Sachlichkeit und Duldsamkeit gegenüber den Meinungen anderer führt und zur friedlichen Zusammenarbeit mit anderen Menschen und Völkern aufruft.
2. Die Erziehung zu einem Arbeitswillen, der sich dem allgemeinen Wohl einordnet, sowie die Ausrüstung mit den für den Eintritt ins Berufsleben erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten.
3. Die Erziehung zum eigenen Denken, zur Achtung vor der Wahrheit, zum Mut, sie zu bekennen und das als richtig und notwendig Erkannte zu tun.
4. Die Erziehung zur Teilnahme am kulturellen Leben des eigenen Volkes und fremder Völker.
5. Die Erziehung zum Verantwortungbewußtsein für Natur und Umwelt.

Der 5. Satz wurde nach dem Unglück in Tschernobyl ( 1986 ) in Artikel 26 aufgenommen; 1986 habe ich in der Bremer Schule Osterholz das Umweltschutzprojekt mit der Batteriesammelkiste ( BAKI ) begonnen.

Ich glaube, in der Landesverfassung der Freien Hansestadt Bremen den „guten Geist“ zu erkennen, der in jeder Schule, in der ein „herzliches Wesen“ wirkt, erkennbar ist; deshalb habe ich am 1. Januar 2000 dem Bremer Bürgermeister, Herrn Dr. Henning Scherf, im Bremer Rathaus ein Bild mit dem „Bremer Schulwesen“ überreicht mit folgenden Worten: „Das ist der gute Geist der Schule, die unsere Welt zur Zukunft braucht !“

Scherf 1.1.2000

Noch heute bin ich Herrn Dr. Henning Scherf dankbar für die freundliche Annahme der „Bremer Idee“, die ich am 17. September 2007 im Bremer Rathaus noch einmal veranschaulichen durfte beim Bürgerforum „Mitreden über Europa“ ( s. Google: „Bremer Idee“ ).

Erich K.H. Kalkus